Dwelling Collage Habt ihr die Little People gesehen? Sagt ihnen, ihre Häuser sind fertig.

Charles Simonds (*1945 in New York City) ist ein US-amerikanischer Bildhauer.

Seit 1970 schafft Charles Simonds Behausungen für eine imaginäre Zivilisation der “Little People”, sog. „Dwellings“, die durch die Straßen von Stadtviertelen in der ganzen Welt wandern: New York, Paris, Shanghai, Berlin, London, Dublin, und andere Städten. Jede Behausung stellt eine andere Zeit und einen anderen Ort in der Geschichte des Lebens der „Little People“ dar.

Simonds hatte Einzelausstellungen/Retrospektiven im Guggenheim Museum in New York, dem Jeu de Paume in Paris, La Caixa, Barcelona und dem Institut Valencia d’Art Modern (IVAM). Seine Arbeit ist in den Sammlungen vieler Museen, darunter MoMA, Whitney und Guggenheim Museen in New York ; Centre Pompidou, Paris, IVAM, Valencia, Israel Museum, Jerusalem und Kunsthaus Zürich.


Charles Simonds – Munich Dwellings (Übersetzung siehe unten)

Since 1970 I have been constructing Dwelling places for an imaginary civilization of Little People who are migrating through streets of neighborhoods of cities throughout the world. Each Dwelling tells part of the story of the lives of these people, where they go, what they do how they live and what they believe.

In those 45 years I have worked in New York, in Shanghai, in Berlin, Paris, London and many, many other cities, most recently in Hassan, India. Often I have worked in neighborhoods that are home to immigrant populations. In the 1970’s I worked in the largely Turkish neighborhood of Kreuzeberg, Berlin, in New York in the mostly Caribbean Lower East Side, in Belleville, in Paris, which was largely North African and Spanish and so on.

Reactions vary tremendously given the different sociology and culture of each locale.

Most people imagine the Little People’s Dwellings as an image of their own imagined primitive past of their culture. Americans believe the Dwellings represent Pueblo Indians, North Africans living in Belleville, saw them as Moroccan villages, Turkish people living in Kreuzeberg, believed they represented homes in Anatolia.

Thinking about the Dwellings people often feel nostalgia for homes they may have left behind in their past, representing their place of origin. Some people see them as a wished for future, of connecting to their emotional homeland. While I work, children often join in and make their own imaginative dwellings, and I welcome that.

In Munich I want to invite children of many different neighborhoods and backgrounds to create individual personal fantasies collectively. Neighborhood by neighborhood, in public venues, I would like to reveal to each community what their children’s fantasies are, and ultimately to be able to have residents of each neighborhood, and the public of Munich, generally, the chance to see what children from differing neighborhoods have done.

During my stay in Munich I will also be creating Dwellings throughout the city for my own imaginary civilization.


www.charles-simonds.com

Dwelling P.S.1 1975 (Foto: Charles Simonds)


Dwelling, Zurich 1983. (Foto: Charles Simonds)


Children creating Dwellings in Department Store Window, Bonn 1978 (Fotograf unbekannt)




Charles Simonds – Munich Dwellings (Übersetzung)

Seit 1970 baue ich Behausungsstätten für eine imaginäre Zivilisation der „Little People“, die überall auf der Welt durch Straßen von Stadtvierteln wandern. Jede Behausung erzählt einen Teil der Geschichte des Lebens dieser Menschen, wo sie hingehen, was sie tun, wie sie leben und was sie glauben.

In diesen 45 Jahren habe ich in New York, in Shanghai, in Berlin, Paris, London und vielen, vielen anderen Städten, zuletzt in Hassan, Indien gearbeitet. Oft habe ich in Vierteln gearbeitet, welche das Zuhause von eingewanderten Bevölkerungsgruppen sind. In den 1970er Jahren habe ich in dem überwiegend von türkischer Bevölkerung bewohntem Viertel von Kreuzberg, Berlin gearbeitet, in New York in der hauptsächlich karibischen Lower East Side, in Belleville, in Paris, wo großenteils nordafrikanische und spanische Bevölkerungsgruppen lebten und so weiter.

Die Reaktionen sind höchst unterschiedlich, angesichts der unterschiedlichen Soziologie und Kultur einer jeden Örtlichkeit. Die meisten Menschen stellen sich die Behausungen der „Little People“ als ein Abbild ihrer eigenen imaginären ursprünglichen Vergangenheit ihrer Kultur vor. Die Amerikaner glauben, dass die „Dwellings“ die Behausungen der Pueblo-Indianer repräsentieren, Nordafrikaner, die in Belleville leben, sahen in ihnen marokkanische Dörfer, die in Kreuzberg lebende türkische Bevölkerung glaubte, dass sie Häuser in Anatolien darstellten.

Wenn die Menschen über die Behausungen nachdenken, spüren sie oft Nostalgie für ein Zuhause, das sie in ihrer Vergangenheit hinter sich gelassen haben mögen und das für ihren Heimatort steht. Manche Menschen sehen sie als einen Wunsch für die Zukunft an, als eine Verbindung zu ihrem emotionalen Heimatland. Während ich arbeite, kommen oft Kinder dazu und bauen ihre eigenen fantasievollen Behausungen, was ich begrüße.

In München möchte ich Kinder aus vielen verschiedenen Vierteln und unterschiedlicher Herkunft dazu einladen, gemeinsame individuelle persönliche Fantasien zu schaffen. Viertel für Viertel, an öffentlichen Orten, möchte ich jeder Gemeinschaft zeigen, was die Fantasien ihrer Kinder sind, und letztlich möchte ich, dass die Bewohner eines jeden Viertels, sowie die Bewohner Münchens im Allgemeinen, die Möglichkeit haben zu sehen, was Kinder aus anderen Vierteln geschaffen haben.

Während meines Aufenthaltes in München werde ich auch Behausungen in der ganzen Stadt für meine eigene imaginäre Zivilisation schaffen.